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Kinderfotografie-Spezial
Nicht nur zu Weihnachten

Zu Weihnachten gehören die klassischen Kinder- und Familienbilder vor dem Tannenbaum genauso wie Lebkuchen oder Geschenke. Und so ist die Weihnachtszeit jedes Mal wieder ein Anlass, die schönsten Kinderbilder des zurückliegenden Jahres als Geschenke für die Verwandten auszuwählen und an Weihnachten selbst die wunderbaren Emotionen festzuhalten. Eine einheitliche Kinderfotografie gibt es jedoch nicht, da der Nachwuchs je nach Altersstufe extrem unterschiedlich ist und deswegen auch verschieden zu fotografieren ist....



Den freudigen Gesichtsausdruck von Kindern einzufangen, ist nicht immer leicht. Wenn es aber gelingt, sind das die schönsten, ausdruckstärksten Motive überhaupt.

Kinder sind für Fotografen sehr beliebte Motive, nicht nur, weil sie klein, niedlich und damit außerordentlich fotogen sind, sondern auch weil Sie die Kinder aus Ihrem Umfeld ohne großen Aufwand und jederzeit vor Ihre Kamera bitten dürfen. Denn alle Eltern freuen sich über schöne Bilder von ihren Kleinen. Allerdings ist damit noch nicht gesagt, dass die Kinder auch mitmachen - schließlich haben sie sehr oft ihren eigenen (Dick-)Kopf.

Das ist - fotografisch betrachtet - Fluch und Segen zugleich: Möchte das Kind gerade fotografiert werden, wird das Shooting der reinste Genuss, hat es aber keine Lust, haben Sie als Fotograf auch keine Chance. Das Modell will nicht, egal, wie sehr Sie wollen.

Wenn Sie also Kinder fotografieren, müssen Sie einplanen, dass Sie einen guten Teil der Kontrolle über die Bilder und das Shooting an einen kleinen Menschen abgeben. Dieser bestimmt, wann Sie welche Emotionen vor die Linse bekommen Wenn Sie also Kinder fotografieren, müssen Sie einplanen, dass Sie einen guten Teil der Kontrolle über die Bilder und das Shooting an einen kleinen Menschen abgeben. Dieser bestimmt, wann Sie welche Emotionen vor die Linse bekommen jungen Menschen mit all seiner bis dahin bereits entwickelten Persönlichkeit zeigen.

Gefühle zeigen
An Kindern ist das Spannendste, dass sie ungekünstelt sind und eine riesige Bandbreite an Emotionen und der dazu passenden Mimik und Gestik auf Lager haben. Sie verstellen sich nicht, sondern sind immer genau so, wie sie sich im jeweiligen Augenblick fühlen. Das ist faszinierend, da wir Erwachsenen von uns selbst wissen, dass das leider irgendwann aufhört. Daher leben Kinderbilder vor allem von authentischen Emotionen. Ein ausdrucksloses und gestelltes Kinderbild wird dem Modell nicht gerecht. Kinderbilder sind lebendig, bewegt, unverfälscht und immer auch ein bisschen zufällig. Doch nicht nur positive Emotionen sind ein Bild wert, auch die ernsten, traurigen, konzentrierten oder wütenden Gesichtsausdrücke sind tolle Motive. So schnell, wie sich die Stimmung eines Kindes innerhalb von Sekunden ändern kann, wäre es einfach schade, wenn Sie eine ganze Reihe ausdrucksstarker Bilder verpassen würden, nur weil das Modell gerade keine gute Laune hat. Lebendige Ausdrücke einfangen geht in jedem Alter, andere Dinge hängen hingegen deutlich stärker davon ab, wie alt das Kind ist.

Neugeborende und Babys
Kaum ist der kleine, neue Mensch auf der Welt, sind Sie als Fotograf gefragt - egal, ob als Elternteil oder als Freund der Familie. Jeden noch so kleinen Moment möchte man für die Ewigkeit festhalten. Natürlich übernehmen die Familien die alltäglichen Schnappschüsse selbst, doch ab und an wünschen sich viele Eltern auch "richtige" Bilder, für die Geburtskarten und das Familienalbum oder als Geschenk für die frisch gebackenen Großeltern. Es sollen also Bilder entstehen, die einen unermesslich hohen ideellen Wert haben, dementsprechend stark sollten Sie sich auf das Shooting vorbereiten. Da sehr junge Babys die meiste Zeit über schlafen, besprechen Sie mit den Eltern am besten vorab die ideale Tageszeit, in der Sie das Baby auch wach erwischen können. Aber auch das schlafende, trinkende oder wieder müde werdende Kind ist fotografisch sehr reizvoll. Viel Zeit haben Sie für Porträts von einem Neugeborenen nicht, da der ungewohnte Trubel das Kind sehr anstrengt. überlegen Sie sich daher vorher Ihre Bildideen, kümmern Sie sich um alle technischen Angelegenheiten, schon bevor das Kind dazukommt, und bleiben Sie konzentriert bei der Sache, dann sind die Bilder schnell im Kasten.

 

Bei Babys und auch bei kleinen Kindern ist der wichtigste Tipp für schöne Bilder, die Eltern einzubeziehen. Die Nähe zu Vater oder Mutter ist die einfachste Methode, dem Kind trotz merkwürdiger Kamera, herumhampelndem Fotografen und mehr Licht als sonst ein beruhigendes Gefühl zu geben. Aber auch wenn die Bilder auf dem Arm der Eltern entstehen, muss das nicht bedeuten, dass diese jedes Mal mit abgebildet werden. Durch die Wahl des Bildausschnitts haben Sie es in der Hand, dass der Betrachter gar nicht merkt, wenn der Bildhintergrund in Wirklichkeit Papas Pullover gewesen ist

Säuglingen und Kleinkindern fehlt oft noch der unverwechselbare Ausdruck, weswegen Sie für besondere Babyfotos die jeweils individuelle Umgebung des Kindes mit aufs Bild nehmen sollten. Das kann durch Spielzeug, Kleidung oder die Wohnung geschehen. Bei Säuglingen ist das gewählte Licht nicht nur bildgestalterisch wichtig, da Studioblitze und zu helle Lichtquellen das Baby erschrecken und die empfindlichen Augen überanstrengen. Indirektes Tageslicht oder sanfte Dauerlichtlampen sind stattdessen ideal. Benutzen Sie außerdem Diffusoren für eine weitestgehend schattenfreie Ausleuchtung und, wenn nötig, zusätzlich einen Aufheller, der das Licht auf das kleine Modell reflektiert.



(Klein-)Kinder

Etwas ältere Kleinkinder, die schon laufen können, sind auf der einen Seite sehr leicht zu fotografieren, da sie von Natur aus zuckersüß sind, den Vorgang des Fotografierens aber noch nicht verstehen. Sie reagieren auf die Kamera zwar mit Neugierde, verändern sich aber durch sie nicht. Auf der anderen Seite ist das Fotografieren von Kindern auch eine echte Herausforderung, da die Kleinen keine Sekunde stillhalten. Glauben Sie also nicht, es ginge gut, ein zweijähriges Kind irgendwo hinzusetzen und in Ruhe Einstellungen an Ihrer Kamera vorzunehmen, ehe Sie auslösen. Kleinkinder sind im wahrsten Sinne des Wortes bewegte Motive und um sie zu fotografieren, brauchen Sie Platz. Im Sommer sind Garten, Parks oder Spielplätze dafür ideal, später im Jahr können Herbstlaub und Schnee die Kleinen nach draußen ziehen. Rund um Weihnachten aber werden die meisten Bilder innerhalb der Wohnung entstehen, was zu den klassischen Problemen führt: wenig Platz, wenig Licht und unruhige Hintergründe. Räumen Sie also entweder das Wohnzimmer aus oder setzen Sie auf hochlichtstarke Festbrennweiten, um den Hintergrund in der Unschärfe verschwinden zu lassen.

Bei Kindern, die etwa drei Jahre alt oder älter sind, werden Sie sofort spüren, dass plötzlich eine ganz andere Art der Kinderfotografie möglich ist. Denn jetzt begreifen die Kleinen, was passiert, beginnen beim Anblick einer Kamera regelrecht zu posen und können - zumindest einfache - Anweisungen umsetzen. Dies geschieht aber natürlich auf eine sehr spielerische Weise, indem Sie den Kindern durch eine Geschichte oder eine Spielidee spannendere Anreize schaffen. Mit etwas Einfühlungsvermögen und Geduld gelingen so sogar Studio-Aufnahmen mit nahezu gezielten Posen.

Teenager
Sobald die Kinder noch einmal wesentlich älter sind, unterscheiden sich Porträts von ihnen im Vergleich zu Erwachsenen theoretisch kaum noch. Denn jede Bildidee, die Sie als Fotograf verfolgen und in klaren Anweisungen formulieren, könnte das Modell umsetzen, mit Ausnahme der fotografischen Themen, die ein anderes Entwicklungsstadium und einen anderen Reifegrad fordern, wie zum Beispiel erotische Inszenierungen. Erotik in Kinderbildern gilt es natürlich auf jeden Fall und in jeder Form zu vermeiden! Doch andere Stimmungen und Ausdrücke können Kinder in diesem Alter in der Regel sehr glaubwürdig umsetzen, auch wenn das nicht für jedes Kind gilt und sie natürlich etwas mehr Hilfe in Form von Animation und Geschichten brauchen als Erwachsene.

Wenn Sie also ältere Kinder fotografieren, ist es weniger das Problem, Bildideen zu finden, als diese in der Umsetzung nicht zu erwachsen wirken zu lassen. Vermeiden Sie daher Make-up, genauso untypische Kleidung und zu erwachsene Posen. Lassen Sie Kinder auch auf Ihren Bildern Kind bleiben, was nicht heißt, dass nicht auch ernstere und ruhigere Bilder dabei herauskommen dürfen.

Ab der Pubertät sollten Sie besonders sensibel mit ihren Modellen und den Fotos umgehen. Denn in dieser Zeit formt sich das eigene Selbstbild und ein schlechtes Porträt kann dabei verheerende Folgen für das Selbstbewusstsein haben. In diese Zeit fällt auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Geschlecht, weswegen Teenager gerne in Rollen schlüpfen und manchmal von sich aus besonders männliche oder weibliche Posen und Verkleidungen wünschen. Achten Sie auch dabei auf Angemessenheit.

Zu Hause und im Studio
Die Natürlichkeit eines Kindes, gleich welchen Alters, fangen Sie am besten ein, wenn das Kind während des Shootings das machen darf, was es auch sonst am liebsten tut - toben, laufen, springen, spielen oder malen. Mit den richtigen Accessoires wirken die Bilder auch authentisch: Kuscheltiere, Bälle, Autos, Puppen, Bilderbücher oder Malstifte. Insbesondere neu geschenktes Spielzeug aller Art fasziniert und beschäftigt Ihr Modell so, dass Sie es ruhig fotografieren können. Machen Sie die Bilder bei den Eltern zu Hause, ist die Shooting- Atmosphäre wesentlich persönlicher, privater und gewohnter. Bitten Sie das Kind, Ihnen sein Zimmer zu zeigen, fragen Sie nach Erlebnissen, Lieblings-Spielsachen und lassen Sie sich alles ausführlich erklären. Das ermöglicht es dem Kind, Vertrauen zu fassen, sich zu entspannen und die Kamera zu vergessen. Auch Emotionen locken Sie am besten hervor, wenn sich das Kind gezielt an etwas erinnert: Die Frage "Wie macht Papa, wenn er böse ist?" lockt so ganz leicht und auf lockere Art einen grimmigen Ausdruck auf das Gesicht des Kindes, das Sie dann nur noch einzufangen brauchen.

Wenn Sie Ihre kleinen Modelle im Studio fotografieren, lassen Sie ihnen auch hier genügend Zeit, das Studio zu erkunden, unterhalten Sie sich mit ihnen und schaffen Sie so eine vertraute, angenehme Atmosphäre. Mit einem einfachen Trick lassen sich vor allem kleinere Kinder schnell ablenken, denn Kinder verkleiden sich gern - und das nicht nur zu Karneval, sondern zu jeder Jahreszeit. Während eines Fotoshootings gibt es also nichts Schöneres als eine große Kiste bunter Accessoires und lustiger Kleidung wie absurde Hüte, lange Handschuhe, eine Federboa oder ein paar Hanteln, die - viel zu schwer - zu witzigen Bildergebnissen führen werden. Gerade bei Studio-Shootings geben spielerisch eingesetzte Accessoires und Verkleidungen Ihren Aufnahmen ganz schnell mehr Tiefe. Lassen Sie das Kind einfach anziehen, was es möchte und mit jedem erdenklichen Accessoire kombinieren - dann entstehen die altersgerechten Kinderbilder von ganz allein.

Lichtführung

Je nachdem, wo Sie die Kinder fotografieren, müssen Sie auf andere Aspekte der Lichtführung achten. Bei Outdoorbildern bringt die Sonne zwar alle Farben zum Leuchten, führt aber auch zu sehr harten Schatten, die so gar nicht zu den weichen Gesichtern passen möchten. Lassen Sie die Kinder also lieber im Schatten spielen oder verlegen Sie das Shooting auf einen leicht bewölkten Tag. Im Studio haben Sie bei künstlichen Lichtquellen selten Probleme mit der Helligkeit, allerdings ist Blitzlicht nicht sonderlich gut für die Kinderfotografie geeignet. Es irritiert die daran nicht gewohnten Modelle und reißt sie immer wieder aus ihrem Spielen heraus, außerdem laden die Kondensatoren nicht schnell genug, um ganze Bilderserien zu schießen. Greifen Sie deswegen also besser auf Dauerlicht zurück - das können spezielle Tageslichtleuchten sein, mit Butterbrotpapier gesoftete Baustrahler oder das Einstelllicht Ihrer Studioblitzanlage. An Dauerlicht gewöhnen sich Kinder deutlich einfacher, auch wenn es sehr hell und warm ist.

Bei der Familie zu Hause ist die Lage meist etwas schwieriger. Versuchen Sie tagsüber mit dem vorhandenen Tageslicht auszukommen, um eine Mischlichtsituation zu vermeiden. Verlagern Sie das Set nah ans Fenster und setzen Sie einen großen Aufheller ein, um die Lichtausbeute zu erhöhen. Wenn sich der Einsatz von Lampen nicht vermeiden lässt, achten Sie darauf, dass nur eine Sorte an ist und machen Sie einen manuellen Weißabgleich, um unerwünschte Farbstiche zu vermeiden.


Passende Kameraeinstellungen
Die zentrale technische Herausforderung in der Kinderfotografie ist die Geschwindigkeit. Sparen Sie nicht an Aufnahmen, lösen Sie ruhig häufiger aus und nutzen Sie die Serienbildfunktion Ihrer Kamera. Um die Bewegungen einzufangen, brauchen Sie eine DSLR-Kamera mit schnellem Autofokus und kurzer Auslöseverzögerung. Nutzen Sie am besten einen kontinuierlichen Autofokus, der ständig nachfokussiert oder die Auslösepriorität, sonst ist das Motiv bereits wieder weg, wenn die Kamera endlich auslöst. Eine kleine Blende ab 5,6 sorgt für genügend Schärfentiefe, um kleinere Fehler in der Fokussierung auszugleichen. Allerdings wird dann auch der Hintergrund dadurch - oft störend - scharf abgebildet.

Mit Blendenzahlen von 2,8 und weniger nehmen Sie zwar immer auch das Risiko von Unschärfe in Kauf, unterdrücken aber den Hintergrund und haben noch eine Reserve für schlechte Lichtsituationen. Mit kurzen Verschlusszeiten ab 1/250 Sekunde verwackeln Sie die Kamera nicht und frieren die Bewegungen Ihres Motivs scharf ein. Aber gerade in diesem Genre können Sie auch mal mit längeren Belichtungszeiten experimentieren, um die Bewegung verwischen zu lassen - oft wirkt das auf den Betrachter natürlicher.

Wenn Sie Ihre Kamera sicher beherrschen, können Sie die Werte manuell einstellen, ansonsten helfen die Zeitautomatik oder das Sportprogramm, auch bei sich schnell verändernden Lichtsituationen, richtig belichtete Bilder zu erhalten. Um diese Werte in geschlossenen Räumen überhaupt realisieren zu können, müssen Sie oft auf hohe ISO-Zahlen von 800 bis 3200 zurückgreifen. Nicht alle Kameras machen Fotos in diesem Bereich, ohne dass diese ein extrem störendes Rauschen aufweisen.

Ein lichtstarkes Objektiv mit einer festen Brennweite von 50, 70, 85 oder 105mm ist auch in normalen Räumen gut einzusetzen, alternativ hilft auch ein kleines Tele-Zoom mit möglichst einer durchgängigen Lichtstärke von 2,8. In der dunklen Jahreszeit werden Sie wahrscheinlich durchgehend das Problem haben, dass zu wenig Licht vorhanden ist. Beherzigen Sie hier die genannten technischen Tipps, bevor Sie auf den Blitz ausweichen, denn dessen Licht ist oft zu hart und das Ergebnis sehr flächig.


Fotoideen zu Weihnachten

Gerade rund um Weihnachten werden die Kinder besonders häufig vor die Kamera gebeten. Sei es, um als Geschenk in Form eines Kalenders, als Bild für die Wand oder den Schreibtisch die Eltern oder Verwandten zu erfreuen.

Wenn Sie ein solches Geschenk dieses Jahr vorhaben, denken Sie auch einmal an Bilder in Schwarz-Weiß, an ein Triptychon mit verschiedenen Bildausschnitten oder an eine kleine Serie. Machen Sie eine Weihnachtsreportage und halten Sie schon kleine Momente in der Adventszeit fest: Plätzchenbacken, den Adventskalender öffnen, auf den Nikolaus warten, der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, das Krippenspiel im Kindergarten oder in der Schule, der erste Spaziergang im Schnee. Und auch an den Weihnachtstagen selbst können Sie immer wieder die erstaunten und glücklichen Emotionen Ihrer Kinder festhalten.

Wenn Sie die Kleinen in Ihre Idee einbeziehen, sind sie im Laufe der Weihnachtszeit irgendwann so an die Kamera gewöhnt, dass Ihnen vielleicht in diesem Jahr ganz besonders authentische Aufnahmen gelingen. Doch vergessen Sie über all dem nie, die wunderbaren Momente gemeinsam mit Ihrem Kind nicht nur zu fotografieren, sondern auch zu genießen!



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